Der Chefepidemiologe Spaniens meinte es zu gut …

Der spanische Epidemiologe Fernando Simón – in Spanien in Sachen Coronavirus so etwas wie der Virologe Christian Drosten in Deutschland – hat sich ziemlich in die Nesseln gesetzt. Hat er doch tatsächlich die Maßnahmen von Großbritannien und Belgien, Spanien auf die Liste der Corona-Risikoländer zu setzen, nicht nur für gut befunden. Sondern den beiden Ländern auch noch gedankt für diesen Schritt zur Eindämmung der Pandemie. Das meinte er natürlich aus epidemiologischer Sicht. Was ungefähr so zu deuten ist, wie wenn Karl Lauterbach sich sehr besorgt zu Wort meldet zum Thema. Sie meinen es gut, aber es kommt halt nicht unbedingt bei allen so rüber. Mitunter eher im Gegenteil.

Insbesondere die spanische Tourismus-Branche war natürlich alles andere als ‚amuzed‘, und Stimmen wurden immer lauter, die seinen Rücktritt forderten. Simón bat ziemlich bürokratisch-nüchtern um Entschuldigung, und verwies darauf, dass ausschließlich seine Vorgesetzten über seine Absetzung zu entscheiden hätten. Er sei schließlich Beamter.

Und setzte noch einen drauf, indem er verlautbaren ließ, dass zwar Touristen nicht abgeschreckt werden sollten, allerdings deren Ansteckungsrisiken nicht klein geredet werden dürften.

So ist er halt, der Fernando Simón. Eine echte Marke. Garantiert ohne Krawatte und sonstige Dekorationen; von den einen gehasst, von den meisten letztendlich geliebt. Und seit der Corona-Zeit plötzlich omnipräsent, obwohl Öffentlichkeit eigentlich nicht so sein Ding zu sein scheint. Ein derartig ambivalentes Erfolgsmodell müssen Marketing- und PR-Spezialisten erst einmal hin bekommen ;).