E-Werk in der Mangel

Wenn es nach den Einwohnern von Las Caletas geht, dem kleinen Wohnort in unmittelbarer Nachbarschaft des einzigen E-Werks von Lanzarote, sind die letzten Tage dieser Umwelt verpestenden Strom-Produktionsstätte gezählt. Die Stilllegung der Anlage erhoffen sie sich allerdings bereits seit 1998; denn seitdem kämpfen sie dafür; und haben deshalb sogar den Verein „Asociación Las Caletas para la Defensa del Medio Ambiente (Acapam)“ gegründet. Gute Gründe für eine Schließung wurden reichlich und zunächst auf allen möglichen, offiziellen Protestwegen vorgetragen. Die Ansiedlung gab es schließlich bereits lange Zeit vor dem Bau der Anlage Mitte der 80er Jahre; und zwar seit den 50er Jahren, als sich dort einige Fischer und Salinenarbeiter niederließen. Ein geradezu idyllisches Plätzchen, direkt am Meer und weitab vom Schuss sei es damals gewesen. Inzwischen zählt Las Caletas 50 Häuser und insgesamt 200 Einwohner. Hinzu kommen noch jene, für die Las Caletas Wochenend-Residenz ist. Seit dem Bau der Anlage sei die Idylle dahin; und mit ihrer Expansion haben Bodenvibrationen, Lärm- und (toxische) Schmutzemissionen stark zugenommen. Zudem übersteigen alle gemessenen Werte in jeder Hinsicht die zugelassenen Grenzen bei weitem. Die stetigen Erweiterungen des Werkes seien außerdem ohne die erforderlichen Genehmigungen erfolgt, so die Argumentationen des Vereins. Nachdem alle Maßnahmen und Protestaktionen keinerlei Wirkung zeigten, wurde schließlich der Klageweg beschritten; und nun ist die Staatsanwaltschaft am Zuge. Und die zeigte kein großes Erbarmen mit der Unelco, Betreiberin der Anlage, sondern wirft ihr vor, durch den Betrieb des Werks gegen Grundrechte, u.a. gegen das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit zu verstoßen und fordert nun – hochoffiziell – eine sofortige Stillegung. …Mal schauen, wem die Luft zuerst ausgehen wird: Den Bewohnern von Las Caletas oder der Unelco… Die Lichter werden auf Lanzarote vermutlich nicht ausgeknipst werden. Aber vielleicht führt die Aktion dazu, dass die Anlage umwelttechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden muss und diejenigen Bewohner, deren Familien bereits vor Mitte der 80er dort gelebt haben, so entschädigt werden, dass sie sich – „schmerzfrei“ – woanders niederlassen können. Zu schön, um wahr zu sein..