Flüchtlingsdrama vor Lanzarote: Schlepper festgenommen

Der Bootsführer des am 15. Februar gekenterten Flüchtlingsboots konnte als Schlepper identifiziert und festgenommen werden. Er befand sich unter den fünf Überlebenden. Bei dem tragischen Unglück waren 25 Flüchtlinge, darunter zahlreiche Minderjährige, ums Leben gekommen.

Zunächst hoffte der 27jährige Marokkaner, der mit den weiteren Überlebenden in ein Auffanglager nach Gran Canaria gebracht wurde, unerkannt zu bleiben. Aufgrund der Aussagen der Bootsinsassen und der Recherchen der Polizei-Spezialeinheit gegen Schlepperringe und Urkundenfälschung konnte er eindeutig als Drahtzieher der Aktion identifiziert werden. Darüber hinaus gilt es als erwiesen, dass er Mitglied eines größeren Schlepperrings war.

Der Mann fuhr bereits mehrere Male mit einem Flüchtlingsboot zu den Kanaren, wurde aufgegriffen und als Flüchtling in seine Heimat abgeschoben. Von über fünf derartiger Aktionen ist die Rede. Rund 1.000,- Euro hat er von jedem Flüchtling für die Überfahrten kassiert.

Jetzt ist erst einmal Schluss mit seinen riskanten Manövern, denn nun muss er sich auf den Kanaren vor Gericht verantworten.