Neue Vogelarten auf den Kanaren

Immer häufiger werden auf den Kanaren – insbesondere auf Fuerteventura und Lanzarote – Vogelarten gesichtet, die in klimatisch extremen Regionen der Sahara sowie auch in subtropischen Regionen südlich der Sahara beheimatet sind.

Experten gehen davon aus, dass der Klimawandel die Ursache dieser Entwicklung ist. Insbesondere in 2017, einem Jahr mit 37 sehr starken Calimas (normalerweise gibt es davon ca. 5 pro Jahr), wurden auf Fuerteventura und Lanzarote diverse Neuankömmlinge entdeckt. Sie wurden von den heftigen Winden aus der Sahara auf die östlichen Kanaren verfrachtet.

Bei den hier neuen Vogelarten handelt es sich um die in Afrika weit verbreitete Palmtaube (Spilopelia senegalensis), die sich bereits im Jahr 2000 auf den Kanaren ansiedelte, die Wüstenläuferlerche (Alaemon alaudipes), der Wüsten-Steinschmätzer (Oenanthe deserti), die afrikanische Wüstengrasmücke (Sylvia deserti)​, die Atlasgrasmücke (Sylvia deserticola), die Sandlerche (Ammomanes cinctura), der Haussegler (Apus affinis), der Isabellspötter (Iduna opaca), die Senegalracke (Coracias abyssinicus), der Pharaonen-Ziegenmelker (Caprimulgus aegyptius), die Rostgans (Tadorna ferruginea), das Bronzesultanshuhn (Porphyrio alleni), die Graurückendommel (Ixobrychus sturmii), der Rotschnabel-Tropikvogel (Phaethon aethereus), die sehr seltene Rüppelseeschwalbe (Thalasseus bengalensis) sowie vereinzelte Exemplare anderer Vogelarten.

Die Wüstenbewohner finden insbesondere auf Fuerteventura und Lanzarote für sie geeignete Landschaften vor. Aber auch die Vogelarten aus subtropischen Regionen finden auf Golfplätzen und in weitläufigen, stark begrünten Hotelanlagen für sie passende Areale auf den ansonsten kargen Ostkanaren. Der Rotschnabel-Tropikvogel hat auf Fuerteventura bereits eine Kolonie von 10 Brutpaaren gebildet und wurde kürzlich sogar auf El Hierro beobachtet. Die Rüppelseeschwalbe hat sich vor einigen Jahren in der Nähe von Arrecife fest angesiedelt, und von der Rostgans gibt es bereits rund 300 Exemplare – sie kam 1994 auf die Kanaren.

Bleibt abzuwarten, welche neuen Arten uns die nächsten Calimas frei Haus liefern.

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