Potaje

Eintöpfe und Suppen gehören zur traditionellen Lanzaroteküche; und da die Linse und die Kichererbse sättigende und gleichzeitig hochwertige Lebensmittel sind und darüber hinaus preiswert angeboten werden, sind sie Hauptbestandteil vieler Eintöpfe und Suppen. Auch in meinem Topf spielen sie eine wichtige Rolle, doch bevor ihr Auftritt angekündigt wird, müssen zahlreiche Vorarbeiten erledigt sein. Lazaroteños bevorzugen Fleisch- und Wursteinlagen, die eher zufällig ihre Zusammenstellung finden. Dies kann, muss aber nicht zu gelungenen Geschmackskombinationen führen. Jedoch kommt es bei dem so einfach scheinenden Eintopf gerade darauf an, welche Aromen wir zusammenführen, es ist der Augenblick, in dem die Begriffe Kochen und Kunst sich sehr nahe kommen (können). Ich habe mich heute zur Kombination aus milder Suppe und kräftiger Einlage entschieden. Dazu schäle und würfle ich eine sehr große Lanzaotezwiebel und schwitze sie mit zwei gewürfelten, ebenfalls großen Lanzarotekarotten in reichlich Olivenöl an. Fünf mittlere Knoblauchzehen, klein geschnitten, finden nun den Weg in den Topf. Einen halben Teelöffel Curry (mild/fruchtig) rühre ich danach unter. Wer frischen Ingwer zur Hand hat, sollte seiner Fantasie jetzt keine Grenzen setzen. Salz verwende ich noch nicht. Die über Nacht eingeweichten Lanzarotelinsen und ebenfalls nächtlich vorgeweichte Kichererbsen wandern zur Gewürzmischung und werden mit einem Liter leichter Brühe (vom Huhn, Kalb, oder Gemüse) angegossen. Sie dürfen gar köcheln. Es ist nun an der Zeit, die Einlage vorzubereiten, mit fettem Bauchspeck oder gar Eisbein werde ich die Suppe nicht quälen, dagegen soll eine Wurst mit ihrem gehaltvollen Aroma uns erfreuen. Wurst in Deutschland scheint all zu oft Ergebnis zerschredderter Schlachtreste als das Resultat solider Fleischerskunst zu sein, daher fällt eine Empfehlung schwer. Ich habe mich für eine spanische Blutwurst entschieden, der „Morcilla Asturiana“. Eurospar bietet die kleinen Würste an. Um ihr Aroma zu erhöhen, schneide ich sie in Scheiben und brate diese in einer beschichteten Pfanne kräftig an, das austretende Fett reicht völlig, um eine krosse Konsistenz der Scheiben zu erreichen. Die Suppe verträgt vor dem Servieren etwas Salz, Pfeffer oder Chili. Auf die Suppe lege ich die Wurstscheiben, neben die Suppe mein geschätztes Fenchelbrot (gibt´s täglich, auch sonntags, im Supermercado der Tankstelle Arrieta!).