Quacksalber injizierte Silikon: Abschließendes Urteil nach 14 Jahren

Die „Audiencia Provincial“ – höchste Gerichtsinstanz auf Provinzebene – hat diesen Monat im „Silikonfall“ ein abschließendes Urteil gefällt. 14 Jahre mussten die Opfer darauf warten und bekamen schließlich zu hören, dass die Täter ziemlich ungeschoren davon kommen. Der Silikonfall: Der Travestit Pedro Alfonso Socorro, der den Rufnamen Ruth gewählt hat, ernannte sich selbst auch zum Spezialisten für Brustvergrößerung: Er injizierte Frauen Silikon, das er in Apotheken kaufte, wo es rezeptfrei als oral einzunehmendes Mittel gegen Flatulenz verkauft wird. Der Eingriff erfolgte u.a. in zwei Friseursalons von Lanzarote, und den Gewinn teilte sich Ruth jeweils mit den Betreiberinnen der Salons. Bei vier „Patientinnen“ kam es zu sehr schweren, gesundheitlichen Folgen. Einem Opfer aus Lanzarote mussten beide Brüste amputiert werden, und ein anderes Opfer kann den rechten Arm nicht mehr heben und hat Koordinationsschwierigkeiten mit beiden Armen. Zudem mussten der Frau die Brustwarzen amputiert werden. Opferverhöhnend ist nicht nur die lange Prozessdauer, sondern auch das abschließende Urteil: Aus den ursprünglich von der Staatsanwaltschaft geforderten 16 Jahren Haft für Ruth sind letztendlich 1,5 Jahre geworden (in Spanien werden Strafen unter zwei Jahren üblicherweise zur Bewährung ausgesetzt), und die Betreiberinnen der Friseursalons müssen an diese beiden Opfer Schadenersatz in Höhe von insgesamt rund 157.000,- zahlen.