Spanischer Führerschein: Fahrtauglichkeitsprüfung auf Lanzarote

Neulich bekam ich ein Schreiben von der Verkehrsbehörde DGT, mit dem an den baldigen Ablauf meines Führerscheins erinnert wurde verbunden mit dem Hinweis, mich zwecks Verlängerung einer Fahrtauglichkeitsprüfung zu unterziehen. Dies könne in jedem „centro de reconocimiento de conductores“ erledigt werden. Dort werde auch gleich ein Foto gemacht und alle Daten auf elektronischem Weg direkt zur DGT geschickt. Der neue Führerschein würde nach Fertigstellung direkt an meine Adresse geschickt.

Ein Blick auf meinen Führerschein ergab, dass die für mich wichtigen Führerscheinklassen B (PKW) sowie BE (PKW mit Anhänger) erst in 5 Jahren ablaufen werden und lediglich die Klassen C1 (LKW), C1E (LKW mit Anhänger) sowie die spanische Sonderklasse BTP (Notdiensteinsatz, Schultransport und öffentlicher Personenverkehr bis 9 Plätze) zu erneuern sind. Nichtsdestotrotz wollte ich die Prüfung machen.

Also suchte ich im Internet nach einer Prüfstelle und wählte das Ärztezentrum Centro Médico Gabimedic in der C/ Triana 31 in Arrecife. Ab 8.00 Uhr sei geöffnet und man könne ohne Termin vorbei kommen, wurde mir am Telefon mitgeteilt.

Nach nur 15-minütiger Wartezeit wurde ich in ein klitzekleines, fensterloses Zimmer geben: Zunächst bekam ich die Information, dass ich mit meinem derzeitigen FS bis August 2024 fahren könne, und jene Klassen, die ablaufen aber nicht erneuert werden, so lange ruhen würden. Also nicht dauerhaft gelöscht werden. Die Sonderklasse BTP würde generell entfallen.

D.h. wenn ich erst in 5 Jahren mit Ablauf der PKW-Klassen zum Test gegangen wäre, würden in 5 Jahren auch wieder die abgelaufenen LKW-Klassen mit bestandenem Test Gültigkeit erlangen und verlängert werden. Dies zur Info an all jene Residenten, die wie ich seinerzeit in Deutschland mit Umtausch des roten bzw. grauen Lappens in den Führerschein im Scheckkartenformat quasi über Nacht die LKW-Klassen erhalten haben, ohne jemals eine entsprechende Prüfung absolviert zu haben.

Und so lief der Fahrtauglichkeitstest heute ab:

Erst einmal wurden von einer Mitarbeiterin persönliche Daten in den Computer getippt und ein Foto gemacht.

Es folgte:

  • Ein Reaktionstest: In jeder Hand ist ein Hebel zu betätigen, mit dem jeweils ein weißer Kreis in einer roten Fahrspur gehalten werden muss. D.h. die Punkte bleiben parallel, nur die beiden Fahrspuren bewegen sich zeitgleich aber mit einigen Kurven. Wird eine Spur nicht eingehalten, gibt‘s einen Piepton. Bei mir hat es ziemlich häufig gepiept, trotzdem hatte ich um die 900 Endpunkte. Je weniger, umso besser. Ich hätte viel häufiger aus der Spur geraten dürfen, denn bis 7000 Endpunkte sind erlaubt. Bei diesem Test glänzen Fans von Computerspielen vermutlich sehr.

Danach ging es zu einer Ärztin. Dort wurden Eckdaten abgefragt: Größe, Gewicht, (Vor-)Erkrankungen, ob man Brillen- oder Kontaktlinsenträger sei. Danach folgten:

  • Blutdruckmessung,
  • Sehtest, der darin besteht, wie beim Optiker Buchstabenzeilen vorzulesen. Wer die unterste (12.) Zeile problemlos lesen kann, darf sofort zum Hörtest schreiten:
  • Hörtest: In einer kleinen Kabine muss stets, sobald ein Piepton zu hören ist, auf einen Knopf gedrückt werden.

Danach ging es zurück zur Mitarbeiterin, die alle Daten aufgenommen hatte. Dort mussten noch 75,- Euro gezahlt werden. Sofern das Computerprogramm funktioniert, was es während meines Aufenthalts nicht tat, wird zudem ein provisorischer Führerschein im A4-Format ausgedruckt, der nach 90 Tagen abläuft. Achtung: Dieser ist nur in Spanien gültig.

Mein neuer Führerschein soll bald per Post kommen.

Den alten Führerschein durfte ich behalten. Demnächst werde ich also zwei Führerscheine besitzen: Jenes Exemplar mit den abgelaufenen LKW- aber noch 5 Jahre gültigen PKW-Klassen sowie einen funkelnagelneuen Führerschein mit allen gültigen Klassen. Wer weiß, wofür‘s gut ist …