Trüffelsuche auf Lanzarote

Auf Lanzarote wachsen wenige Pilzarten; darunter die hier sehr beliebten weißen sowie dunkelbraunen Trüffelarten der Gattung der Wüstentrüffel (Terfezia claveryi, Terfezia boudieri & Terfezia canariensis), von den Einheimischen schlicht „papa cría“ bzw. „papas crías“ genannt.

Je nach Einsetzen der Regenfälle im Herbst und/oder Winter beginnt die Sammelsaison manchmal bereits im Januar, in den meisten Jahren ein bis zwei Monate später und endet im April. Die Saison ist daran zu erkennen, dass Einheimische – mit Messern, Löffeln o.ä. in der Hand – sandige Gebiete, auf denen das gelb blühende Kanaren-Sonnenröschen (Helianthemum canariense) wächst, suchend abwandern.

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Der verschwundene Ort Santa Margarita

Westlich von Guatiza soll es im 16. und bis ins 17. Jahrhundert hinein einen Weiler gegeben haben mit dem Namen Santa Margarita. Es gibt kaum noch Spuren einer Ansiedlung dort und nur wenige Überlieferungen zu ihrer Existenz, dafür aber folgende Legende zu ihrer Entstehung:

Einer frommen Frau aus Uga, große Verehrerin der Heiligen Margarita, war ein besonderer Wunsch in Erfüllung gegangen. Als Dank versprach sie den Bau einer Kapelle zu Ehren dieser Heiligen; und zwar an jenem zufälligen Ort, an dem ihr Dromedar auf einer längeren Tour über die Insel den ersten Halt einlegen würde. Also nahm sie ein Bild der Heiligen und machte sich damit auf ihrem Dromedar auf den Weg. Das Dromedar hielt am Hang der Montaña de Guenia in etwa dort, wo sich heutzutage der Friedhof von Guatiza befindet. Dort ließ die Frau die Ermita Santa Margarita bauen, um ihr Versprechen einzulösen. Soweit zur Legende.

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Wasser auf Lanzarote – früher und heute

In dieser Blog-Kategorie dreht sich alles rund um’s Wasser auf Lanzarote.

Die Begriffe, die auf Lanzarote in diesem Zusammenhang verwendet werden, sowie die traditionellen und langsam in Vergessenheit geratenden Bezeichnungen, ergeben einen guten Überblick über die Wasserkultur und die Bewässerungssysteme der vergangenen Jahrhunderte. In den folgenden Beiträgen wird deshalb auf diese Begriffe näher eingegangen.

Hier vorweg ein kurzer Rückblick insbesondere auf die Entwicklung des Wasserbedarfs und -konsums der Insel:

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Barrancos

Barrancos sind Vulkanschluchten, die direkt ins Meer münden oder in flacheren Küstenbereichen zunächst in Fluss- oder Bachbetten übergehen. Auf Lanzarote führen Barrancos nur zu regnerischen Zeiten Wasser. Bei starken Regenfällen entwickeln sie sich zu reißenden Flüssen mit erheblicher Erosionswirkung.

In den letzten Jahrzehnten wurden in einigen urbanen Gebieten Barranco-Abschnitte kanalisiert. Das Wasser hält sich allerdings nicht immer an diese künstlichen Wasserstraßenregulierungen.

Maretas

Maretas sind unterhalb von Vulkanen horizontal angelegte, große und ummauerte Flächen, auf die von Vulkanen ablaufendes Regenwasser über Kanäle geleitet wurde. Durch eine Schicht aus Lehm wurden die Maretas abgedichtet. Mit der Ausdehnung der Kalkproduktion auf Lanzarote – die ersten Kalköfen wurden im 16. Jahrhundert im Süden der Insel gebaut – wurde zusätzlich eine Kalkschicht zur Oberflächenversiegelung und Desinfizierung des Wassers aufgetragen.

Das historische Foto zeigt die Mareta von Teguise, „Mareta de la Villa“ genannt. Mit einem Durchmesser von 46 m und einem Fassungsvermögen von rund 50.000 m³ Wasser war sie zwar nicht die größte Mareta von Lanzarote, aber aufgrund ihrer außergewöhnlichen Architektur die bekannteste.

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Aljibes

So werden Zisternen / Wasserreservoirs genannt.

Zum Bau einer Aljibe wurde früher zunächst eine meist rechteckige, manchmal auch runde Grube ausgehoben und darin mit Natursteinen bis zu 80 cm dicke Beckenmauern und der Beckenboden gebaut. Die Mauern und der Boden wurden mit einer Lehmschicht verputzt. Ecken und der Boden wurden dabei häufig abgerundet. Diese bis zu 12 m tiefen Becken waren zunächst offen. Erst später – in Haría ab 1840 gemäß der Website des Chronisten von Haría – wurden Aljiben mit Decken versehen.

Durch das Auftragen einer Kalkschicht wurden die Zisternen noch besser abgedichtet. Die Kalkschicht wirkte gleichzeitig desinfizierend. Bei stärkerer Verunreinigung wurden einige Kalksteine eingelassen, um den pH-Wert des Wassers zu erhöhen, wodurch Insekten und andere kleine Tiere abgetötet wurden.

Es gibt auf Lanzarote, wenn auch nur wenige, oberirdische Zisternen.

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Alcogías (Synonym: Alcogidas)

Alcogías bzw. Alcogidas sind meist rechteckig angelegte Auffangflächen, um das Regenwasser zu sammeln und sodann in Zisternen einzuleiten. Einige besonders große Alcogidas wurden in Hanglage von Vulkanen angelegt und mit einer Kalkschicht abgedichtet. Sie sind an ihrer hellen Farbe selbst aus der Ferne gut zu erkennen.

Auf dem folgenden Bild ist die Auffangfläche der großen Zisterne für den Ort Máguez zu sehen:

Dach-, Patio- und andere Hofflächen werden nach wie vor als „Alcogías“ für die hauseigenen Zisternen genutzt.

Auch die folgende Alcogía liegt oberhalb von Máguez:

Traveseros (Synonym: Nateros)

Traveseros bzw. Nateros sind horizontale Anbauflächen in Barrancos, die talseitig durch Staumäuerchen und -mauern aus Natursteinen begrenzt sind. Die Natursteinmauern hatten und haben zwei Funktionen: Zum einen lässt das Mauerwerk herab fließendes bzw. stürzendes Wasser etwas gebändigt ablaufen, und zum anderen wird die fruchtbare Erde hinter den Mauern zurück gehalten.

Früher wurden dort überwiegend Feigen- und Mandelbäume, aber auch Granatapfel-, Johannisbrot-, Pfirsich- und andere Obstbäume kultiviert. In so gut wie jedem Barranco sind auch heute noch zahlreiche Nateros zu sehen; systematisch kultiviert werden diese Böden nur noch selten. Heutzutage stehen dort noch vereinzelt alte Feigenbäume, und ab und zu ein Mandelbäumchen. Diesen Zustand romantischer Verwahrlosung nutzt die einheimische Flora, um sich auszubreiten, und sie liefert dort relativ leicht zugängliche Betrachtungsmöglichkeiten und Fotomotive.

Bebederos (Synonyme: Gavias sowie Beberos)

So wurden früher mit Natursteinmauern umfasste, meistens stufenförmig angelegte Ackerflächen genannt, auf die u.a. von Vulkanen, durch Barrancos oder über Alcogías ablaufendes Regenwasser über Gräben oder Kanäle (hier caños genannt) zu Bewässerungszwecken eingeleitet und zeitweise rückgestaut wurde. Ab einem gewissen Wasserpegel, wenn der Boden feucht genug war, um die auszubringende Saat zum Keimen zu bringen, wurde das Wasser entweder gezielt über eine regulierbare Öffnung oder automatisch über Mauerausbuchtungen in einen unterhalb liegenden Bebedero abgeleitet.

Fotoquelle

Es gibt nur noch sehr wenige, einigermaßen gut erhaltene Bebederos, denn diese Ackerflächen wurden ab dem 18. Jahrhundert sukzessive durch die Trockenfeldbaumethode „Arenado“ ersetzt. Die meisten noch vorhandenen Bebederos haben deutliche Erosionsspuren; viele sind kaum noch zu erkennen.

stillgelegter Bebedero

Das folgenden Foto von März 2016 haben wir auf der Hochebene nördlich vom Friedhof von Guatiza aufgenommen. Die Mauer des Bebederos ist nach wie vor in einem guten Zustand. Das Feld wird allerdings nicht mehr bewirtschaftet.

Arenado (Synonym: Enarenado)

Arenado bzw. enarenado, ein kanarischer Begriff, der vom spanischen Verb enarenar (mit Sand bestreuen) abgeleitet wurde, bezeichnet eine Methode des Trockenfeldbaus, bei der eine Sand- oder Lapillischicht als Bodenbelag genutzt wird, um die Erdfeuchte auf natürliche Weise und auch ganz ohne Regenwasser oder künstliche Bewässerung zu regulieren: Die Sand- oder besonders saugfähigen Vulkanpartikel speichern nachts Luftfeuchtigkeit und geben sie an die Erde weiter. Tagsüber schützt die Schicht vor Wind und Sonne.

Saat oder Jungpflanzen werden in größeren als sonst üblichen Abständen in Saatfurchen oder -löchern in den Boden eingebracht, damit jeder Pflanze ausreichend Feuchtigkeit zur Verfügung steht.

Entdeckt wurde diese Methode im 18. Jahrhundert nach dem Ende der großen Vulkanausbrüche.

Es wird unterschieden zwischen dem natürlichen Trockenfeldbau enarenado natural und dem künstlichen Trockenfeldbau enarenado artificial:

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Galerías

Galerías sind in den Berg/Vulkan getriebene Tunnelsysteme, in die das Oberflächenwasser durch die porösen Gesteinsschichten hinein sickert und darin weiter geleitet wird. Im Risco de Famara gibt es mehrere Galerías, die ab 1925 gebaut wurden, aber heute nicht mehr in Betrieb sind. Die „Galería de Chafariz“ im Temisa-Tal, an deren Ende es ein Wasserbecken als Abzapfstelle gibt („Fuente de Chafariz“ genannt), führt auch heute noch Wasser, das von einigen Bauern genutzt wird.

Fuentes, Manantiales

So werden Quellen genannt. Es gibt Hinweise darauf, dass es früher, noch bevor die Galerías gebaut wurden, im Risco de Famara mehrere und im Temisa-Tal und bei Feméz eine oder zwei Quellen gab, aus denen permanent Wasser ausgetreten ist. Insgesamt gibt es 15 Toponyme, die den Begriff „Fuente“ beinhalten.

Heutzutage soll es nur noch drei Punkte geben, an denen gelegentlich Wasser austritt: An der „Fuente de las Ovejas“ im Risco bei Guinate, der „Fuente de Gallo“ oberhalb von Guinate und der „Fuente de Guza“ zwischen Punta Fariones (Órzola) und den Salinen am Fuß des Risco.

Auf der von uns hier beschriebenen Wanderung kommt man an den alten „Fuentes de Gayo“ mit Hinweisschild vorbei.

Pozos

Pozos sind Gruben/Brunnen mit einem Durchmesser von 1 bis 2,5 m und in der Regel einer Tiefe von wenigen bis 20 m. In höheren Insellagen wurde über die Pozos das Wasser von Sickerwasser führenden Gesteinsschichten entnommen, in Küstennähe wurde dort Regenwasser gesammelt. Die Pozos sind nicht mehr in Betrieb. Entweder sind sie aufgrund langjähriger Wasserentnahmen versiegt, oder das Wasser ist unbrauchbar, da versalzen, oder mit Düngemitteln der Landwirtschaft oder durch Fäkalien aus den zahlreichen Sickergruben (hier pozos negros genannt) verseucht.

Haría war die Gemeinde mit den meisten Pozos auf Lanzarote: Einst gab es dort rund 150 Brunnen, und einige waren miteinander verbunden. Die meisten Pozos befanden sich auf Privatgrundstücken und wurden nach ihren Besitzern benannt (z.B. pozo de Fulano). Öffentliche Pozos wurden mit standortbezogenen Namen versehen – wie z.B. der pozo de La Cañada in der gleichnamigen Straße von Haría.

Einige Pozos soll es bereits vor der Eroberung Lanzarotes im Jahr 1402  gegeben haben, und zwar im Norden in Haría, Arrieta sowie Los Valles und ganz im Süden am Küstenabschnitt der Rubicón-Ebene.

Staubecken von Mala

Ende der 1970er wurde es gebaut und sollte laut Plänen 135.000 Kubikmeter Wasser bereit halten. Aufgrund von Baumängeln war das Staubecken von Anfang an undicht. Nur nach ergiebigen Regenfällen füllt sich das Becken ganz langsam und nur für kurze Zeit.

Unterhalb des Staubeckens gibt es ein kleines Bassin, die als Zapfstelle für Wasserwagen dient. Manchmal quaken dort ein paar Frösche.

Fische der Kanaren

Sehr gute und bebilderte Informationen liefern folgende Quellen:

  • die Sammlung der von Otto Wieghardt gemalten und beschriebenen Fische, hier zu betrachten,
  • das Buch „100 Peces de Canarias“ von Sergio Hanquet, einem Naturfotografen, der seit 1986 auf den Kanaren lebt. Es liefert in den 4 Sprachen Spanisch, Englisch, Deutsch und Französisch Informationen über ca. 100 Fischarten der Kanaren, wurde aber offensichtlich nicht mehr aufgelegt. Über diesen kanarischen Online-Shop ist u.a. dieses Buch erhältlich.

Teseguite: Die verfluchte „Casa de María Cruz“

Ruinenraetsel

Die Ruine mit dem Namen „Casa de María Cruz“ befindet sich in Teseguite. Hier ein Foto – im Hintergrund ist El Mojón zu sehen.

In diesem Haus wohnte bis 1919 María del Rosario Cruz Bello (kurz: María Cruz), die nebenan einen kleinen Laden hatte und die Einnahmen immer in ihrem Haus aufbewahrte. An einem Maitag im Jahr 1919 wurde María geköpft im Haus gefunden und ihre Schwester Petra der Tat verdächtigt.

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Pulpear mit Clotilde – auf Krakenfang unterhalb vom Risco de Famara

Clotilde ist eine über 70-jährige Bäuerin aus Máguez. Die kümmerlichen Erträge, die sie dem Boden ihrer Felder mühevoll abringen muss, die Milch ihrer wenigen Ziegen sowie das Meer ernähren sie. Seit Jahrzehnten macht sie sich regelmäßig auf den langen, steilen und beschwerlichen Weg zum Küstenabschnitt unterhalb des Risco de Famara, um dort Kraken zu fangen (“pulpear”) sowie Meeres- und Napfschnecken zu sammeln.

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