Arrecife/Islote del Francés: Abriss der Ruinen geplant

Die verfallenen Werkhallen der ehemaligen Fischfabrik “La Rocar“ sowie auch die andere Ruinen auf der vorgelagerten Halbinsel “Islote del Francés“ sind für zahlreiche Bewohner und Politiker seit Jahren einer der größten Schandflecken der Inselhauptstadt – und für Underdogs eine beliebte Wohn- und Aufenthaltsgegend.

Eigentümerin der Halbinsel ist seit einigen Jahren die Immobilienentwicklungsgesellschaft “Inversiones Islote del Francés S.L.”; und seitdem gab es neben Spekulation auch allerhand Gerüchte um die Zukunft dieser 1-A-Citylage. Nach gerichtlichen Auseinandersetzungen sind sich die Eigentümer und die Stadt kürzlich zwar einig geworden, dass von den 83.000 m² Gesamtfläche 78.000 m² in das Eigentum der Stadt übergehen und 4.000 m² weiterhin von den Eigentümern genutzt und zu einem Freizeitbereich umgewidmet werden sollen, die Übertragung hat allerdings noch nicht statt gefunden.

Die Stadt plant schon seit einigen Jahren die Errichtung eines großen Auditoriums auf der Halbinsel; und diese Pläne werden nun intensiv verfolgt. Die Küstenbehörde ‘Costas’ hat in dieser Zone mehr als nur ein Wörtchen mitzureden, weshalb alle Aktivitäten mit ihr abzustimmen sind.

Gestern fand ein Treffen zwischen Stadtvertretern und ‘Costas’ statt, bei dem Einigung über einen baldigen Abriss der Gebäude erzielt wurde.

Problematisch in diesem Zusammenhang ist, so die heutige Meldung in der Inselpresse, dass ca. 40 Personen durch den Abriss obdachlos würden; und um diese Personen ging es gestern beim Zusammentreffen ebenfalls. Die Behörde für Soziales schlug vor, sich mit den Familien der Betroffenen in Verbindung zu setzen, damit sich diese um ihre Angehörigen kümmern. Auch bestehe die Möglichkeit, sich mit den Rathäusern der Provinzen, aus denen die Betroffenen – überwiegend Nicht-Lanzaroteños – stammen, mit dem Ziel, sie in ihre Heimatregionen zurück zu schicken.

Die Nachbarschaftsinitiative der Bürger des Stadtteils Titerroy befürchtet, dass sich die Stadt weiterhin aus der Verantwortung stiehlt, wenn es um die Bekämpfung der Drogensucht und Kriminalität geht und dadurch die Gefahr bestehe, dass sich die Islote-del-Francés-Szene zum “Parque de los Pinos“ (Anm.: der offiziell “Parque Doctor Rodríguez de la Fuente“ heißt) in Titerroy verlagern und sich die Situation im Stadtteil noch verschlimmern werde.

Weitere Themen im Gespräch mit ‘Costas’ waren der geplante Bau einer Promenade von Costa Teguise nach Arrecife, vorbei am Hafengebiet “Puerto de los Marmoles“ sowie eines Strandes am “Punta del Camello“, als Fortsetzung des Stadtstrandes “Playa del Reducto“.