San Bartolomé demnächst mit Namenszusatz?

Im September wird es die erste Volksabstimmung auf den Kanaren geben: Die Einwohner des Municipio de San Bartolomé sind dazu aufgerufen worden, am 24.9. abzustimmen, ob „San Bartolomé“ demnächst „San Bartolomé de Ajei“ heißen soll. Der Namenszusatz soll an die ursprüngliche, vorhispanische Historie erinnern und die kanarischen Wurzeln und Traditionen im Bewusstsein halten.  Historiker, Linguisten und Anthropologen haben sich auf vorhispanische Spurensuche begeben, um die Ursprünge des Namens, der Bestandteil der Legende von San Bartolomé ist, zu ergründen. Der Name tauchte zunächst in den Abwandlungen “Gey”, “Hey”, “Ajey” oder “Breñas de Ajei” im Zusammenhang mit einer Ansiedlung im Bereich des heutigen San Bartolomé auf; und seit 1548 findet sich auch der Name „Ajei“ in Dokumenten. Allerdings konnte bislang weder rekonstruiert werden, ob es sich um einen neueren Namen der ursprünglichen Ansiedlung, die Bezeichnung lediglich eines Ortsteils oder gar eines Weilers außerhalb handelt, noch konnte herausgefunden werden, wo genau sich diese Ansiedlung befand. Bei der Diskussion, ob Aje“i“ mit dem lateinischen „i“ oder mit „y“ geschrieben werden soll, lassen sich beide Varianten rechtfertigen: Die Linguisten geben dem „y“ den Vorzug, nicht zuletzt auch, um dem Einfluss der Berber auf die kanarische Sprache Rechnung zu tragen. Das „i“ sei jedoch in Wappen und auch in anderen Zusammenhängen zu finden, weshalb man sich auf diese Schreibweise geeinigt habe. Mit „i“ oder „y“, das interessiert nur die Befürworter des Namenszusatzes. Es gibt viele Stimmen, die das Vorhaben für überflüssig halten. Wie viele, wird sich zeigen. Denn eines hat die Diskussion auf jeden Fall gebracht: Die aller erste Volksabstimmung auf den Kanaren.