Brexit: Britische Überwinterer „drohen“ mit Verkauf ihrer Zweitimmobilien auf den Kanaren

Brexit: Britische Überwinterer „drohen“ mit Verkauf ihrer Zweitimmobilien auf den Kanaren

Seit dem 1. Januar 2021 weht den hier zeitweise oder dauerhaft lebenden Briten steifer Brexit-Wind entgegen. Denn vieles, was das Leben von EU-Bürgern vereinfacht und zur Selbstverständlichkeit geworden ist, gilt für sie nur noch mit Einschränkungen oder befristet, oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr. Betroffen sind z.B. der Zugang zu staatlichen Krankenversicherungssystemen, zahlreiche vereinheitlichte Regelungen wie z.B. beim Führerschein und vor allem: der freie Personen-, Waren-, Kapital- und Dienstleistungsverkehr.

Mit der Freizügigkeit ist für Briten nun Schluss: Seit dem 1. Januar 2021 dürfen sie sich nur noch 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen ohne Visum hier aufhalten. Auch damit hatten viele hier lebende Brexit-Befürworter nicht gerechnet und ärgern sich plötzlich grün und blau. Diesen Gemütszustand hatten hier bislang nur Brexit-Gegner, wenn es um das leidige Dauerthema ging.

Offiziell sind auf den Kanaren rund 27.000 Briten gemeldet; hinzu kommen die ungezählten und unzähligen darin nicht enthaltenen „Teilzeitresidenten“. Auf Lanzarote bilden Briten sogar die größte Ausländergruppe. Viele von ihnen haben sich eine Immobilie gekauft, um in den eigenen vier Wänden mehrere Monate am Stück im milden und sonnigen Klima der Kanaren zu verbringen.

Gestern stand in der Presse (u.a. hier), dass nun Stimmen aus der britischen Community lauter würden, wonach so manche einen Verkauf ihrer kanarischen Immobilie in Erwägung ziehen, wenn die EU ihnen „verbietet, länger als mehr als 90 Tage alle sechs Monate zu bleiben“.

Es ist wohl eine Frage der Perspektive, ob das tatsächlich eine bedrohliche Nachricht ist. Denn über dann fallende Immobilienpreise würden sich viele Canarios und so manche EU-Bürger sicherlich sehr freuen, die noch von einer eigenen Immobilie hier träumen.

Die fänden es sicherlich auch nicht schlimm, dass Cheddar-Käse hier seit einiger Zeit knapp geworden ist.