Küste vor Charco del Palo: Pardela-Wilderer festgenommen

Seit 1986 ist die Jagd auf Pardelas verboten, wie hier die Sepiasturmtaucher heißen (vormals Gelbschnabel-Sturmtaucher). Die Tradition lebt leider nach wie vor in einigen Familien weiter. Besonders beliebt sind als Jagdbeute Eier, Küken und Jungtiere dieser Vogelart, die Klippen, Vulkanspalten, Höhlen und Vertiefungen in Küstennähe als Brutorte wählt.

Ein aufmerksamer Mitbürger beobachtete drei Personen dabei, wie sie das Küstengebiet bei Charco del Palo im Grenzbereich zwischen den Gemeinden Teguise und Haría systematisch absuchten und alarmierte die Seprona, die Spezialeinheit für Natur- und Tierschutz der Guardia Civil. Denn sie machten keineswegs den Eindruck, angeln zu gehen, wie sie behaupteten.

Die Seprona-Beamten stellten fest, dass die drei angeblichen Angler anstatt einer Angelausrüstung eine Vorrichtung zum Transport von Frettchen sowie einen Leinensack mit sich führten und inspizierten deshalb die Gegend: Wenige Meter vom Fahrzeug der drei entfernt wurde ein Seil gefunden, das an einem Ende an einem Felsen befestigt war und in eine Klippenspalte führte. Dort wurde ein Frettchen entdeckt, das am anderen Seilende angebunden war, sowie ein junger Sturmtaucher, der noch lebte. Außerdem wurde ein Jutesack mit vier toten Jungvögeln gefunden.

Die drei Verdächtigen, zwei Männer und ein Minderjähriger, die aus der Gemeinde Tinajo stammen, gaben zu, mit Hilfe des Frettchens auf Pardela-Jagd gewesen zu sein und wurden sodann festgenommen. Für Wilderei auf geschützte Tierarten wie die Pardelas sieht das spanische Strafrecht einen Strafrahmen von bis zu zwei Jahren Haft oder eine empfindliche Geldstrafe vor.

Pardelas – die weltweit zweitgrößte Population nistet auf Alegranza – sind nachtaktive Vögel und nicht zu überhören, denn sie haben einen Ruf, der wie eine lachende Mickey-Mouse klingt, und größere Schwärme wie eine ganze Horde davon: